LATI

Forschungslabor für Territoriale Intelligenz

Die Raumplanung in der Großregion (Rheinland-Pfalz, Saarland, Lothringen bzw. Grande Est, Luxemburg, Wallonie und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) ist von verschiedenen Planungskulturen und administrativen Grenzen geprägt. Die aktuellen Herausforderungen für die Raumentwicklung in den einzelnen Teilregionen, z. B. im Bereich Klimawandel (Überschwemmungen), zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme, einer stärker integriert gedachten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung etc. ähneln sich dabei stark. Die Lebenswirklichkeit der Bürger:innen in der Großregion weist viele grenzüberschreitende Verflechtungen auf (u.a. hohe Pendlerverflechtungen), so dass eine stärker grenzüberschreitende Betrachtung der Herausforderungen der Entwicklung der Großregion ebenso angebracht erscheint, wie die Erarbeitung von grenzüberschreitenden Lösungsansätzen.

Mit dem Projekt LATI – Forschungslabor für Territoriale Intelligenz setzt die Universität der Großregion und ihre Partneruniversitäten deswegen einen starken Impuls für die grenzüberschreitende Raumplanung. Zentrales Anliegen innerhalb des grenzüberschreitenden Forschungsprojektes ist es, Wissen über die Raumplanung in der Großregion zu generieren, den Austausch und die Weiterbildung der Akteur:innen der Raumentwicklung in der Großregion zu fördern und gemeinsam innovative Lösungsansätze zu erarbeiten. Durch die unterschiedlichen Projektaktivitäten und deren Wirkungen werden die Akteur:innen der Raumentwicklung in der Großregion zu grenzüberschreitendem Denken angeregt, grenzüberschreitendes Wissen wird ko-konstruktiv erarbeitet und zugänglich gemacht. „Im Mittelpunkt stehen gegenseitiges Lernen und das gemeinsame Erproben von Politiken, Strategien und praktischen Ansätzen. Ziel ist es, Raumplanung neu zu denken – nachhaltig, vernetzt und nah an den realen Herausforderungen vor Ort.“

Das Verbundprojekt der Universität der Großregion wird durch die sechs Mitgliedsuniversitäten RPTU Kaiserslautern-Landau, Université de Lorraine, Universität Lüttich, Universität des Saarlandes und Universität Trier im Rahmen des UniGR-Center for Border Studies bearbeitet. Gefördert wird das Projekt LATI durch das Interreg VI A Großregion-Programm mit insgesamt 2.674.814,40 € EFRE-Förderung. Insgesamt verfügt das Projekt über ein Budget von 4.692.656,88 €.

Das Lehr- und Forschungsgebiet Internationale Planungssysteme beteiligt sich im Rahmen des Projekts an den Arbeitspaketen 2 „Reallabore“ sowie 3 „Kompetenzentwicklung und Weiterbildung in der Raumplanung“. 

In Arbeitspaket 2 werden Reallabore (engl. Living Labs) eingerichtet, um Planungsinstrumente praxisnah zu testen und weiterzuentwickeln. Die Reallabore bieten Workshops, ein interaktives Online-Planspiel und eine Podcastfolge, um Bürger:innen und Raumplanungspraktiker:innen für grenzüberschreitende Themen zu sensibilisieren und zum Austausch anzuregen. Inhaltlich stehen der Netto-Null-Flächenverbrauch (NNLT), die transitorientierte Entwicklung (TOD) und die Anpassung an den Klimawandel im Fokus. Ziel ist es, die Beteiligung unterschiedlicher Akteursgruppen zu fördern und Planungspraktiken auf vielfältige Perspektiven und praktisches Wissen zu stützen.

Das erste Reallabor wurde am 04.11.2025 in Esch-sur-Alzette zum Thema Wohnen und Netto-Null-Flächenverbrauch durchgeführt und diente als Auftakt für den weiteren Austausch in der Großregion. Ein weiteres Reallabor zum Thema Hochwasservorsorge und Raumplanung in der Region Zweibrücken ist für September 2026 geplant.

In Arbeitspaket 3 steht die Verbesserung der Kompetenzen von Raumplanungspraktiker:innen im Mittelpunkt. Hierzu werden Lern- und Weiterbildungsangebote entwickelt, die theoretisches und praxisbezogenes Wissen vermitteln und sowohl Fachkräfte, Studierende als auch die breite Öffentlichkeit adressieren. Zentrale Bausteine sind die Erhebung von Weiterbildungsbedarfen, die Entwicklung mehrsprachiger Online-Lehrmodule (MOOCs), partizipative „Bodenspaziergänge“ sowie ein interaktives Online-Planspiel zu grenzüberschreitenden Planungskulturen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden der Netto-Null-Flächenverbrauch (NNLT), die transitorientierte Entwicklung (TOD), die Energiewende sowie Energielebensstile. Ziel ist der Aufbau einer informierten Gemeinschaft zur Unterstützung der Umsetzung des REK-GR.

Projektlaufzeit

01.04.2025 bis 31.03.2028

Ansprechpartner*innen

Prof. Dr.-Ing. habil. Karina Pallagst

Dr.-Ing. Beate Caesar

M.Sc. Hanin Waked

Projektpartner

Sponsored by